03.03.2026 - 2.1 Änderungen auf den RegioBus-Linien 421 und 434

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Ratsfrau Mundlos weist darauf hin, dass sich durch die geplante Busverbindung für Schülerinnen und Schüler aus dem nördlichen Stadtgebiet auf dem Weg zur Schule in Groß Schwülper längere Fahrzeiten ergeben könnten. Sie bittet um Klarstellung, ob der Bus mehrere Routen fährt, sodass kürzere Verbindungen möglich bleiben, um Nachteile für die betroffenen Schülerinnen und Schüler zu vermeiden.

 

Herr Hallmann erläutert., dass die Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn mbH (VLG) und die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) bei der Planung besonderen Wert darauf gelegt haben, die Schülerverkehre sicherzustellen. Die künftige Ringlinie der VLG kann in beide Richtungen genutzt werden, sodass Fahrgäste zwischen einer kürzeren und einer längeren Route wählen können. Zusätzlich verstärkt die BSVG den Schülerverkehr, sodass Schulen wie das Lessinggymnasium in Wenden und die OBS Papenteich weiterhin gut erreichbar bleiben. Der Ringverkehr kann zudem je nach Verbindung teilweise dichtere Taktungen ermöglichen.

 

Ratsfrau Jalyschko kritisiert, dass die geplanten Angebotskürzungen als unvermeidbar dargestellt würden, obwohl sie das Ergebnis politischer Entscheidungen über die Finanzierung seien. Zudem bemängelt sie, dass die Änderungen der Linienführungen nicht grafisch dargestellt wurden und weist darauf hin, dass sich die Anbindung in Richtung Wolfenbüttel verschlechtern könnte. Darüber hinaus fragt Ratsfrau Jalyschko nach konkreten Fahrten, die bei der Linie 434 zu Tagesrandzeiten auf Anruflinientaxi umgestellt werden sollen und bittet um Klarstellung, ob weitere Angebotsreduzierungen im Zuge der angekündigten Evaluation der Fahrgastzahlen geplant sind.

 

Stadtbaurat Leppa weist die von Ratsfrau Jalyschko vorgetragene Kritik zurück und erklärt, dass die Angebotsanpassungen im ÖPNV auf deutlich gestiegene Kosten im RegioBus-Verkehr bei gleichzeitig begrenzten finanziellen Mitteln zurückzuführen seien. Die Städte Braunschweig und Wolfenbüttel hätten ihre Beiträge bereits erbracht, um möglichst viele Verbindungen zu erhalten. Ziel der Verwaltung sei es gewesen, gemeinsam mit BSVG und dem Regionalverband Großraum Braunschweig einen Kompromiss zu finden, um stärkere Einschränkungen im Angebot zu vermeiden.

 

Herr Hallmann ergänzt, dass die Verschlechterung der Verbindung nach Wolfenbüttel daraus resultiere, dass weder Stadt noch Landkreis Wolfenbüttel bereit gewesen seien, wegfallende Finanzierungsanteile des Regionalverbandes zu übernehmen. Die Taktreduzierung könne bei gesicherter Finanzierung jedoch grundsätzlich wieder rückgängig gemacht werden. Fahrten der Linie 434, die auf Anruflinientaxi umgestellt werden, betreffen vor allem schwach nachgefragte Nachtverbindungen am Wochenende ab etwa 23.30 Uhr sowie in den frühen Morgenstunden. Die Evaluation der Fahrgastzahlen sei ein übliches Verfahren und bedeute nicht automatisch weitere Angebotskürzungen. Insgesamt sei mit den Änderungen ein Kompromiss erreicht worden, der trotz Kostensteigerungen weiterhin zwei Fahrten pro Stunde ermögliche. Die Nachreichung einer grafischen Darstellung sagt die Verwaltung zu.

 

Protokollnotiz: Die Darstellungen wurden zu dieser Mitteilung protokollarisch im Ratsinformationssystems Allris eingebunden https://ratsinfo.braunschweig.de/integration/to020?TOLFDNR=2002292&SILFDNR=1003295

 

Ratsherr Dr. Plinke betont, dass die Qualität des Busverkehrs wesentlich von der bereitgestellten Finanzierung abhängt. Zudem fragt er, ob sich die in der Mitteilung genannten Informationen nochmals ändern könnten, sobald der Verkehr auf der derzeit unterbrochenen Stadtbahnstrecke in den Heidberg wieder aufgenommen wird.

 

Herr Hallmann stellt klar, dass sich durch die Wiederinbetriebnahme der Stadtbahnstrecke keine Änderungen an den genannten Buslinien ergeben werden.

 

Bürgermitglied Dr. Wendenburg hinterfragt, ob die Aufrechterhaltung der Linie 421 nach Wolfenbüttel im Stundentakt sinnvoll ist, da dieser Takt aus seiner Sicht keine ausreichende Anbindung, etwa für Studierende der Hochschule Wolfenbüttel, gewährleistet. Er vermisst eine Darstellung, weshalb auf diese Anbindung nicht gänzlich verzichtet wird. Zudem weist er darauf hin, dass die Anbindung von Stöckheim und Melverode insbesondere zum Städtischen Klinikum Salzdahlumer Straße durch die derzeitige Linienführung und fehlende Abstimmung der Fahrpläne nur eingeschränkt gewährleistet sei.

 

Stadtbaurat Leppa stellt klar, dass ein vollständiger Verzicht auf die Buslinie 421 nicht vorgesehen ist. Ziel sei es gewesen, die vorhandenen finanziellen Mittel so zu verteilen, dass weiterhin ein möglichst stabiles Angebot bestehen bleibt, auch wenn sich Taktungen verändern. Die Stadt Wolfenbüttel halte ihren Finanzierungsanteil aufrecht, habe ihn jedoch nicht erhöht. Ein Stundentakt sei im RegioBus-Verkehr überdies üblich und die Verwaltung sieht die vorgestellte Lösung unter den aktuellen Rahmenbedingungen als bestmöglichen Kompromiss an.

 

Herr Hallmann weist darauf hin, dass in einer Stadt von der Größe Braunschweigs Umsteigeverbindungen im ÖPNV unvermeidbar seien und nicht jede Verbindung direkt und optimal angeboten werden könne. Die Linie 421 verkehre weiterhin auf Teilen der Strecke im 30 Minuten-Takt. Zudem betont er, dass ein Stundentakt im Nahverkehrsplan vielerorts als Grundangebot der Daseinsvorsorge vorgesehen sei und gegenüber einem vollständigen Wegfall der Verbindung eine weiterhin wichtige Mindestversorgung darstelle.

 

Bürgermitglied Dr. Wendenburg bekräftigt, dass attraktive und möglichst direkte ÖPNV-Verbindungen notwendig seien, um Menschen zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn zu bewegen. Ein Stundentakt werde aus seiner Sicht nicht als praktikable Alternative zum Auto wahrgenommen. Er regt komfortablere Verbindungen und bessere Umsteigemöglichkeiten an.

 

Herr Hallmann räumt ein, dass ein ideales ÖPNV-Angebot wünschenswert wäre, in der Praxis jedoch Kosten und Nachfrage berücksichtigt werden müssen. Für Menschen ohne Auto stelle ein Stundentakt eine wichtige Mindestversorgung dar.

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Ergebnis:

Die Mitteilung 26-28477 wird zur Kenntnis genommen.

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Anlagen

Online-Version dieser Seite: https://ratsinfo.braunschweig.de/public/to020?TOLFDNR=2002292&selfaction=print