Mitteilung - 26-28266
Grunddaten
- Betreff:
-
Abschlussbericht zum Förderprojekt „Begrünungsmaßnahmen zum Ausgleich von Trockenschäden“
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün
- Verantwortlich:
- Hanusch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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30.01.2026
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Sachverhalt
Die Verwaltung teilt Folgendes mit:
Im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ wurden im November 2022 Fördermittel in einer Gesamthöhe von 1.7 Mio.€ bei zuwendungsfähigen Gesamtausgaben 1,889 Mio. eingeworben für das Projekt:
„Begrünungsmaßnahmen zum Ausgleich von Trockenschäden – Bindung von CO₂ durch Pflanzung von rd. 1.000 Klimabäumen und Anlage von rd. 7,5 ha Kurzumtriebsplantagen (KUP) als Klimawälder im Stadtgebiet Braunschweig“
Die Förderquote beträgt 90%. Der städtische Eigenanteil beläuft sich dementsprechend auf rund 180.000 €. Der Förderzeitraum des Projektes war regulär für die Jahre 2021 bis 2024 festgelegt worden. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit verzögerten Bearbeitung des Förderantrages beim Fördermittelgeber wurde der Zeitraum bis Ende 2025 verlängert. Am 07. November 2023 erfolgte mit der Übersendung des 1. Änderungsbescheid zum Zuwendungsbescheid von 2022 die Freigabe der Mittel in voller Höhe.
Ziel des Projektes war es, die in den Hitzesommern 2018 und 2019 aufgrund der langanhaltenden Trockenheit ausgefallenen Bäume im Stadtgebiet Braunschweig zu ersetzen und in diesem Zuge die Quantität und Qualität von urbanem Grün und somit die Ökosystemdienstleistungen zu steigern, sowie einen Beitrag zur Reduzierung der Auswirkungen des Klimawandels in der Stadt zu erreichen. Als zusätzlicher Beitrag zum Klimaschutz sowie als Klimaanpassungsstrategie war im Rahmen des Förderprojektes die Anlage von insgesamt 7,5 Hektar (ha) Kurzumtriebsplantage (KUP) geplant.
Im Zuge der Umsetzung des Projektes stellte sich heraus, dass aufgrund der seit Projektantrag erfolgten allgemeinen Baupreissteigerungen insbesondere bei Material- und Lohnkosten, das ursprünglich angestrebte Ziel von 1.000 neu zu pflanzenden Bäumen im vorgegebenen Finanzrahmen nicht vollständig erreicht werden kann. Eine überschlägige Schätzung ging von rund 700 realisierbarer Baumpflanzungen aus. Zudem musste das Ziel, insgesamt 7,5 ha Kurzumtriebsplantage anzulegen, wegen mangelnder Flächenverfügbarkeit auf 4,0 ha reduziert werden. Nach Rücksprache mit dem Fördermittelgeber konnten die freigewordenen Mittel in Höhe von ca. 20.000€ für die nicht umsetzbaren 3,50 ha KUP für zusätzliche Baumpflanzungen verwendet werden.
Schlussendlich war es bis zum Abschluss des Projektes möglich, insgesamt 812 neue Bäume im gesamten Stadtgebiet Braunschweig zu pflanzen, davon 338 Bäume an Straßenstandorten und 474 Bäume in Park- und Grünanlagen. Entgegen der Einschätzung des Fachbereichs Stadtgrün aus August 2024, als 700 Neupflanzungen prognostiziert wurden, konnten nunmehr 112 Bäume darüber hinaus gepflanzt werden.
Zur optimalen Steuerung der Bewässerung im Rahmen der Entwicklungspflege wurden insgesamt 44 Bodenfeuchtesensoren an exemplarischen Standorten verbaut. Auswahlkriterien für die Standortwahl waren eine möglichst gleichmäßige Verteilung im Stadtgebiet, Sonneneinstrahlung bzw. Grad der Beschattung, Windausrichtung oder die anstehenden Bodenverhältnisse.
Der nachhaltige Umbau von Stadtbäumen umfasst klimaangepasste Neupflanzungen (resiliente Arten) verbesserte Standortbedingungen durch größere Pflanzgruben und spezielle Substrate, sowie intensives Wassermanagement zur Sicherung des Bestands. Dieser Wandel ist entscheidend, um die Kühl- und Luftreinigungsfunktionen in Städten zu erhalten. Daher wurde bei der Auswahl der verwendeten Baumgattungen der Fokus insbesondere bei Baumstandorten im Straßenbereich auf die sogenannten Klimabaumarten gelegt, da diese als besonders geeignet gelten, den mittlerweile extremen urbanen Bedingungen standzuhalten. In Bestandsbereichen z.B. in Straßenzügen im östlichen Ringgebiet wurde aus gestalterischen Gründen weitestgehend Bezug auf die vorhandene Leitbaumart genommen.
Als Grundlage für die Auswahl der Baumstandorte diente die im internen Sprachgebrauch sogenannte „Trockenschadenliste“, in der die ausgefallenen Bäume aus den Hitzesommern 2018 und 2019 geführt werden. Nicht an allen Standorten, an denen Bäume ausgefallen waren, konnte wegen gleichbleibend schwierigen Wuchsbedingungen eine Nachpflanzung sinnvollerweise durchgeführt werden.
Neben den Baumpflanzungen wurde im April 2025 eine 4 ha große KUP in der Gemarkung Neupetritor (Lehndorf) angelegt. Hierbei handelt es sich um eine landwirtschaftliche Produktionsfläche zur Holzerzeugung in kurzen Zeiträumen, die aus schnellwachsenden Gehölzarten bestehen. Die neuangelegte KUP besteht aus Pappel- und Weidenruten. Die Ruten sind in Reihen angeordnet, sehr dicht gesteckt und werden nach einer Aufwuchs-, also Umtriebszeit von vier bis acht Jahren vollmechanisch und bodennah geerntet. Umlaufend wurde zur Steigerung der Biodiversität ein Blühstreifen aus heimischen, insektenfreundlichen, ein- und mehrjährigen Blühpflanzen angelegt.
Entsprechend aktueller Planung soll die gewonnene Biomasse in einigen Jahren, sobald die KUP erntereif ist, in dem lokalen Biomassekraftwerk eines Braunschweiger Energieerzeugers in Wärmeenergie umgewandelt und in ein Nahwärmenetz eingespeist werden. Die KUP trägt durch den schnellen Aufwuchs somit zur CO²-Bindung sowie zu einer klimafreundlichen und (durch die kurzen Wege zwischen Erzeugungsstandort und Verarbeitung) einer regionalen, nachhaltigen und kostengünstigen Wärmeversorgung bei. Die Gehölze treiben nach der Ernte wieder aus und sind nach einer weiteren Umtriebszeit erneut erntereif.
Nicht förderfähig im Sinne des Förderbescheides sind die Entwicklungspflege, sowie die Pflegekosten, die über den Projektzeitraum hinaus von der Stadt Braunschweig zu tragen sind.
In Anlage 1 sind die Pflanzstandorte und verwendeten Baumarten gegliedert nach Stadtbezirk aufgelistet.
In Anlage 2 sind die Standorte der im Rahmen des Förderprojekts gepflanzten Bäume, sowie die Lage der KUP grob verortet. Die blauen Punkte markieren die Pflanzorte von Straßenbäumen, während die gelben Quadrate die Baumstandorte in Park- und Grünanlagen anzeigen. Die Lage der KUP ist mit einem roten Dreieck markiert.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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5,4 MB
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2
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(wie Dokument)
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265,8 kB
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