Antrag (öffentlich) - 26-28338
Grunddaten
- Betreff:
-
Benennung des Vorplatzes vor dem Photomuseum in "Käthe Buchler Platz"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- Fraktion B90/Grüne im Stadtbezirksrat 120
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet
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Entscheidung
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25.02.2026
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Sachverhalt
Käthe Buchler wurde am 11.10.1876 geboren, die Stadt begeht in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag. Sie war eine Fotografin aus Braunschweig mit großer Bedeutung in der Fotografie des frühen 20. Jahrhunderts.
Zum 150. Geburtstag findet im Museum für Photographie Braunschweig eine Ausstellung mit neuen Einblicken in das Werk der wichtigen Braunschweiger Fotografin statt. (3.10.- 06.12.2026, Eröffnung 2.10.). Es wäre ein kulturgeschichtlich wichtiger Schritt für die Stadt, Käthe Buchlers Bedeutung durch eine Platzbenennung zu würdigen. Der Platz zwischen den beiden Torhäusern wäre ideal geeignet. (Da die Helmstedter Str. die Grenze der beiden Stadtbezirke 120 und 130 darstellt, wird der Antrag in beiden Stadtbezirksräten gestellt. Ein geeigneter Zeitpunkt wäre ihr Geburtstag, dann sind auch die derzeitigen Bauarbeiten beendet).
Parallel zur Ausstellung im Museum: Müll wird Kunst – Käthe Buchlers Kinderbilder im Vergleich zum Müllsammeln heute. Neben einem Projekt im Museum soll eine Sonder-Ausstellung mit Porträts und Arbeiten von Kindern und Jugendlichen zum Thema Müll-Sammeln und kreativer Neuinterpretation über das Thema stattfinden. Zum Müll-Sammeltag in Braunschweig werden im Museum Workshops durchgeführt und Bilder von Kindern und Jugendlichen geschaffen. Diese Bilder und auch Porträts von Künstlerinnen und Künstlern werden in einer Sonderausstellung in der Filiale der Braunschweigischen Landessparkasse in der Dankwardstraße gezeigt.
Das Museum für Photographie Braunschweig feiert 2026 den 150. Geburtstag der Braunschweiger Fotografin Käthe Buchler (11.10.1876 - 14.09.1930). Ihr Nachlass gehört sowohl regional als auch kunsthistorisch überregional und international zu einem wichtigen Konvolut der Fotografiegeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Etwa 1000 Glasnegative,175 Autochrome, Diapositive und Archivalien aus dem Familienbestand gehören zu dem Konvolut. Er befindet sich seit 2003 im Sammlungsbestand des Museums für Photographie Braunschweig und wird seither erforscht, in Beziehungen gesetzt und in Ausstellungen vorgestellt sowie seit etwa 10 Jahren konservatorisch adäquat als Depositum im Stadtarchiv gelagert. Die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Braunschweig ist hier von entscheidender Bedeutung. Bisher wurden Ausstellungen zu den Autochromen (2006) und zu den Schwarzweißfotografien in Braunschweig wie auch in einer Tournee in England (2017/18) gezeigt. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Ausstellungen zum Sammlungsbestand mit thematischen Schwerpunkten konzipiert und hierbei auch Käthe Buchler eingebunden. Leihgaben im regionalen und internationalen Kontext wurden u.a. im Braunschweigischen Landesmuseum, in Amsterdam und in Karlsruhe innerhalb der Ausstellung „Göttinnen des Jugendstils“, in einer Ausstellung in Lausanne zum Thema Zug oder zum Frauenwahlrecht im Historischen Museum Frankfurt ausgestellt. Auch zum Thema Müll gab es auf internationaler Ebene in Brüssel eine Ausstellung, innerhalb der Käthe Buchler zu sehen war. Die Ausstellung zum 150. Geburtstag von Käthe Buchler möchte nun neue Forschungsergebnisse und Recherchen zugänglich machen und die Bedeutung der Fotografin (ebenso damit wie der Familie Buchler allgemein) für die Stadt und darüber hinaus in vielen Facetten und mit einem Beiprogramm vorstellen.
Das Museum für Photographie Braunschweig zeigt internationale zeitgenössische Fotografie und präsentiert wichtige fotografische Positionen mit dem Schwerpunkt seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zum Sammlungsbestand des Museums gehören darüber hinaus auch wichtige Vertreter*Innen der Fotografiegeschichte des 19. Jahrhunderts. Die Museumsräume befinden sich in der besonderen Situation von zwei klassizistischen, ehemaligen Torhäusern, deren gespiegelte äußere Architektur auf der Helmstedter Str. in Braunschweig gegenüberliegen. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Herzog Anton Ulrich-Museum und fußläufig vom Städtischen Museum entfernt, gehören sie zu einem Kern der Museumslandschaft in Braunschweig. Innerhalb der aktuellen Debatte zum Medium Fotografie werden neben Einzelausstellungen und thematischen Gruppenausstellungen auch junge Positionen aus Hochschulkontexten innerhalb der Programmarbeit gefördert und präsentiert. Hierzu zählt neben Kooperationsprojekten mit der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig seit etwa 20 Jahren u.a. auch die Präsentation der „Dokumentarfotografie Förderpreise“ der Wüstenrot Stiftung. Als ein Ort der Debatte beleuchtet das Museum und die Museumsarbeit die aktuellen künstlerischen Praktiken des Mediums damit aus dem Verständnis der historischen, sozialen und ästhetischen Gebrauchsweisen sowie der heutigen Rolle der Fotografie in den Medien und der theoretischen Reflexion heraus. Ergänzend zu den zeitgenössischen Aspekten der Fotografie präsentiert das Museum regelmäßig Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen zum Sammlungsbestand, der wie erwähnt Fotografie des 19. Jahrhunderts, Nachlässe wie etwa von Käthe Buchler (1876 – 1930) u.a.m. einschließt. Zu den vom Museum gepflegten Nachlässen aktueller Fotografiegeschichte gehört darüber hinaus beispielsweise der Nachlass von Nikolas Geyer (1968 – 2004), der dem Museum von der Braunschweiger Familie des Fotografen übergeben wurde. Darüber hinaus gehören wichtige Vertreter der internationalen Fotokunst zum Sammlungsbestand des Museums.
Gegründet wurde das Museum 1984 von Braunschweiger Fotografinnen und Fotografen, die ein Forum für Austausch über fotografische Bilder zu etablieren suchten. Bis heute wird das Museum für Photographie Braunschweig von dem gemeinnützigen Verein mit aktuell etwa 160 Mitgliedern in Partnerschaft mit einer Kontinuitätsförderung durch die Stadt Braunschweig getragen. Mit seiner Programmarbeit leistet das Museum für Photographie Braunschweig nicht nur einen wichtigen Teil der Kulturarbeit in Braunschweig, zu der auch die Zusammenarbeit mit weiteren Museen und Kulturinstituten – auch in der Region - und vielschichtige Vermittlungsprojekte gehören. Auch national und international gehört es zu den Museen, die einen wichtigen Beitrag zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie leisten und einen auch überregionalen Austausch und Kooperationen mit anderen Museen pflegen. Die Ausstellungsprojekte und vielfältigen Aktivitäten werden darüber hinaus durch die Unterstützung durch die Förderung von Kulturstiftungen und Sponsoren ermöglicht.
