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Sachverhalt


E-Scooter sind seit 2019 Bestandteil des urbanen Mobilitätsangebots in Braunschweig und ergänzen insbesondere auf kurzen Distanzen das bestehende Mobilitätsangebot. Sie tragen zur Feinerschließung im Stadtgebiet bei und ergänzen den öffentlichen Personenverkehr. Vor dem Hintergrund der Marktentwicklung sowie der Weiterentwicklung der kommunalen Steuerungsinstrumente wird nachfolgend über den aktuellen Sachstand berichtet.

 

Aktuelle Anbieter in Braunschweig:

Aktuell sind im Stadtgebiet Braunschweig die Anbieter Bolt, Dott (ehemals Tier) und Voi tätig. Voi ist im April 2025 in den Braunschweiger Markt eingetreten; belastbare Nutzungsdaten liegen dort seit Juli 2025 vor.

 

Darüber hinaus wird der Anbieters Ryde seinen Betrieb zum 01.07.2026 in Braunschweig mit einer Flotte von rund 800 E-Scootern starten. Derzeit befinden sich die hierfür erforderlichen Abstimmungen zwischen Verwaltung und Unternehmen noch in Vorbereitung.

 

Durchschnittliche Nutzung:

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 893.939 Fahrten mit E-Scootern im Stadtgebiet durchgeführt. Die Nutzung zeigt eine klare saisonale Dynamik, auf die die Anbieter mit einer Anpassung der Flottengrößen reagieren. Die folgenden Werte beziehen sich jeweils auf durchschnittliche monatliche Flottenstärken und monatliche Fahrtenzahlen im Jahr 2025.

 

Bolt setzte im Jahresdurchschnitt 817 Fahrzeuge pro Monat ein. In den Sommermonaten lag die durchschnittliche Flottengröße bei 866 Fahrzeugen mit rund 48.500 Fahrten pro Monat, in den Wintermonaten bei 766 Fahrzeugen mit rund 37.600 Fahrten pro Monat.

 

Dott verfügte im Durchschnitt über 608 Fahrzeuge pro Monat. In den Sommermonaten wurden mit durchschnittlich 638 Fahrzeugen rund 19.900 Fahrten pro Monat durchgeführt, in den Wintermonaten mit 577 Fahrzeugen rund 14.300 Fahrten pro Monat.

 

Voi setzte seit Markteintritt durchschnittlich 658 Fahrzeuge pro Monat ein. In den Sommermonaten lag die Flottengröße bei 672 Fahrzeugen mit rund 29.800 Fahrten pro Monat, in den Wintermonaten bei 644 Fahrzeugen mit rund 27.400 Fahrten pro Monat.

 

Steuerungsmöglichkeiten:

Bereits im Frühjahr 2020 wurde eine Qualitätsvereinbarung eingeführt, die verbindliche Standards für Betrieb, Abstellung, Reaktionszeiten bei Beschwerden sowie Datenaustausch festlegt. Die Einhaltung dieser Standards ist Voraussetzung für den Betrieb im Stadtgebiet Braunschweig. Auf dieser Grundlage wurde das Steuerungssystem kontinuierlich weiterentwickelt.

 

Ein zentrales Element stellt die differenzierte Flächenregelung im Stadtgebiet dar. Mit Einführung eines stationsbasierten Systems in der Innenstadt (Zone A1) Ende 2022 ist das Abstellen von E-Scootern dort ausschließlich in definierten und digital hinterlegten Abstellflächen zulässig. In den übrigen Stadtbereichen (Zone A2 bis Zone C) gilt weiterhin ein reguliertes Free-Floating-System unter Beachtung klar definierter Regeln und Ausschlussflächen.

 

Die Kombination aus stationsbasiertem System in Zone A1 und reguliertem Free-Floating in den übrigen Zonen hat sich als wirksames Instrument erwiesen. Konflikte mit dem Fußverkehr konnten reduziert und die Barrierefreiheit verbessert werden.

 

Beschwerdelage:

Die positive Wirkung spiegelt sich deutlich in der Entwicklung der Beschwerdelage wider. Beim Ideen- und Beschwerdemanagement der Stadt Braunschweig wurden im Jahr 2020 insgesamt 34 Beschwerden registriert, 2021 waren es 30 und im Jahr 2022 45. Seit der weiteren Ausdifferenzierung der Parkzonen und der konsequenten Umsetzung des stationsbasierten Systems ist ein deutlicher Rückgang festzustellen: 2023 wurden 15 Beschwerden verzeichnet, 2024 nur noch vier und im Jahr 2025 ebenfalls vier. Gegenüber dem Spitzenjahr 2022 entspricht dies einem Rückgang von über 90 Prozent.

 

Zusammenfassung und Ausblick:

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass E-Scooter inzwischen ein etablierter Bestandteil der urbanen Mikromobilität in Braunschweig sind. Die Nachfrage ist mit knapp 900.000 Fahrten im Jahr 2025 hoch, die Flotten werden saisonal bedarfsgerecht angepasst und die Beschwerdelage hat sich durch die getroffenen Steuerungsmaßnahmen deutlich verbessert. Die Kombination aus Qualitätsvereinbarung, stationsbasiertem System in der Innenstadt und digital gestützter Zusammenarbeit mit den Betreibern hat sich als tragfähiges und ausgewogenes Steuerungsmodell erwiesen.

 

Die Verwaltung wird den Betrieb weiterhin eng begleiten und bei Bedarf nachsteuern, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mobilitätsangebot, Verkehrssicherheit und den Anforderungen an den öffentlichen Raum sicherzustellen.

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