Betreff: Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH
Wirtschaftsplan 2019
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:DEZERNAT VII - Finanzen, Stadtgrün und Sportdezernat   
Beratungsfolge:
Finanz- und Personalausschuss Entscheidung
29.11.2018 
Sitzung des Finanz- und Personalausschusses ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n
Anlagen:
Wirtschaftsplan 2019

Sachverhalt:

 

Gemäß § 17 des Gesellschaftsvertrages der Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH ist für jedes Geschäftsjahr ein Wirtschaftsplan zu erstellen, der nach § 9 Abs. 1 Nr. 9 des Gesellschaftsvertrages seitens der Gesellschafterversammlung zu beschließen ist. Um eine Stimmbindung der städtischen Vertreter in der Gesellschfterversammlung des Klinikums herbeizuführen, ist ein Anweisungsbeschluss erforderlich. Dafür wurde die Zuständigkeit gem. § 6 Ziffer 1a der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig in der geltenden Fassung für die Dauer der Wahlperiode auf den Finanz- und Personalausschuss übertragen.

 

Der Aufsichtsrat der Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH wird sich am 21. November 2018 mit dem Wirtschaftsplan befassen. Über das Ergebnis wird mündlich berichtet.

 

Erfolgsplan

 

Der Wirtschaftsplan 2019 wurde auf der Basis des Monatsabschlusses September 2018 und der ermittelten Prognosedaten für das Ergebnis 2018 erstellt und weist ein ausgeglichenes Ergebnis aus.


Im Vergleich zu den Vorjahren stellen sich die Daten wie folgt dar:

 

 

 

In Mio. €

Ist
2017

Plan
2018

Prognose
2018

Plan
2019

1

Umsatzerlöse (GUV 1.-4.)

+ 307,2

+ 322,9

+ 323,0

+ 338,7

1a

Umsatzerlöse nach § 277 HGB

+ 13,6

+ 14,7

+ 14,1

+ 13,5

1b

%-Vergleich zum Vorjahr/Plan

 

+5,3%

+5,1%/-0,1%

+4,4%

2

Betriebliche Erträge (GUV 5.-8.)

+ 10,0

+ 4,2

+ 8,4

+ 5,1

2a

Erträge und Aufwendungen nach KHG und KHBV (Saldo)

+ 8,1

+ 9,0

+ 9,0

+ 7,9

3

Materialaufwand

- 88,9

- 88,5

- 89,7

- 92,6

4

Personalaufwand

- 203,3

- 212,9

- 215,9

- 222,5

5

Abschreibungen

- 14,4

- 14,0

- 13,8

- 13,8

6

Sonst. betriebl. Aufwendungen

- 30,8

- 34,9

- 34,8

- 35,3

7

Betriebsergebnis (Summe 1 bis 6)

+ 1,4

+ 0,5

+ 0,3

+ 1,0

8

Zins-/Finanzergebnis

- 0,1

- 0,1

- 0,1

- 0,7

9

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

- 0,8

- 0,2

- 0,1

- 0,2

10

Ergebnis nach Steuern

(Summe 7-9)

+ 0,5

+ 0,2

+ 0,1

+ 0,1

11

Sonstige Steuern

0,0

- 0,1

- 0,1

- 0,1

12

Jahresergebnis (Summe 10+11)

+ 0,5

+ 0,1

 0,0

 0,0

 

Konzernergebnis

(konsolidiert)

+ 0,8

+ 0,5

+ 0,3

+ 0,3

 

 

Die Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen die Erlöse aus allgemeinen Krankenhausleistungen. Der Ansatz berücksichtigt das zum 1. Juli 2018 vereinbarte Budget 2018 sowie eine noch nicht abgestimmte Erhöhung des Landesbasisfallwertes 2019. Für 2018 werden positive Leistungsentwicklungen erwartet, so dass ein Fixkostendegressionsabschlag für zu vereinbarende Mehrleistungen eingeplant ist.

 

Die Umsatzerlöse nach 277 HGB wurden aufgrund der Änderungen nach dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) erstmalig zum Jahresabschluss 2016 gesondert ausgewiesen. Die größte Einzelposition stellen die Erträge der Apotheke aus der Belieferung von Fremdhäusern sowie der Tochtergesellschaft Medizinische Versorgungszentren am Städtischen Klinikum Braunschweig GmbH dar.

 

Die betrieblichen Erträge beinhalten korrespondierend infolge der BilRUG-Umsetzungen im Wesentlichen nur noch diverse einzelne Positionen wie z. B. Erträge aus Rückstellungsauflösungen.

 

Der Saldo aus den Erträgen und Aufwendungen nach KHG und KHBV bildet die Fördermittelzuflüsse ab.

 

Der Materialaufwand wurde im Vergleich zum Plan des Vorjahres um rd. 4,1 Mio. € aufgestockt, um insbesondere dem weiter steigenden Bedarf bei dem Medizinischen Sachbedarf Rechnung zu tragen. Dem Mehrbedarf stehen entsprechende Mehrerlöse gegenüber. Die Materialaufwandsquote beträgt nunmehr 27,3 % (Ist 2017: 28,9 %).

 

Der Personalaufwand steigt um rd. 9,6 Mio. €. Der Ansatz berücksichtigt neben den Tariferhöhungen eine Erhöhung der Vollkräftezahl um 49,81 auf 3.044,98, wovon mit Stand September 2018 bereits 44 abgedeckt sind. Die Aufstockung ist erforderlich, um den gestiegenen Anforderungen bei der Patientenversorgung gerecht werden zu können und Potential für Leistungssteigerungen zu schaffen. Die Personalaufwandsquote beträgt 65,7 % (Ist 2017: 66,2 %).

 

Die Abschreibungen berücksichtigen, dass der erste Bauabschnitt des Zwei-Standorte-Konzeptes vollständig abgeschlossen und aktiviert ist.

 

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind nur geringfügig aufgestockt worden. Die größten Positionen sind der Instandhaltungs- und der Verwaltungsbedarf. Enthalten sind u. a. jährliche Finanzierungsraten für die Projekte Technologiepartnerschaften Radiologie sowie Ultraschall von insgesamt 4,7 Mio. €.

 

Unter dem Zins- und Finanzergebnis werden langfristige Personalrückstellungen aufgezinst und erstmalig Zinsanteile für die Aufnahme von Fremdkapital berücksichtigt.

 

Die Steuern fallen im Wesentlichen in den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben der Gesellschaft an.

 

Vermögensplan

 

Der Vermögensplan hat ein Volumen von rd. 70,6 Mio. € und berücksichtigt überwiegend die Umsetzung des Zwei-Standorte-Konzeptes einschließlich der Errichtung eines Regiegebäudes, im Übrigen aber auch werterhöhende Instandhaltungsmaßnahmen sowie Anschaffungen im IT-Bereich und medizinisch-technischer Geräte. Die Aufnahme von Fremdkapital ist mit einer Gesamtsumme von rd. 47,7 Mio. € vorgesehen.

 

Investitionsprogramm

 

Das Investitionsprogramm 2019 bis 2023 bildet ebenfalls im Wesentlichen die weitere Umsetzung des Zwei-Standorte-Konzeptes ab. Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen. Für die nächsten Bauabschnitte, die bis 2026 abgeschlossen werden sollen, wird derzeit ein Volumen von 390,0 Mio. € angenommen. In dem vorliegenden Investitionsprogramm bis 2023 ist davon ein Anteil i. H. v. 348,0 Mio. € abgebildet. Parallel werden weitere Kosten für einzelne Maßnahmen im Umfang von insgesamt 42,0 Mio. € dargelegt. Die Planungen berücksichtigen Fördermittel des Landes sowie den vom Klinikum selbst zu finanzierenden Eigenanteil, der ganz überwiegend mit Fremdkapital abzudecken sein wird.

 

Tochtergesellschaften

 

Die Wirtschaftspläne der fünf Tochtergesellschaften (Klinikum Braunschweig Textilservice GmbH, Klinikum Braunschweig Klinikdienste GmbH, Medizinische Versorgungszentren am Städtischen Klinikum Braunschweig GmbH, Bistro Klinikum Braunschweig GmbH und skbs.digital GmbH) fließen in den konsolidierten Wirtschaftsplan 2019. Das geplante Konzernergebnis beläuft sich auf 292.000 €. Die einzelnen Pläne werden dem Aufsichtsrat am 21. November 2018 zur Beschlussempfehlung vorgelegt.

 

Der Wirtschaftsplan 2019 der Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH ist beigefügt.
 

 


Beschluss:

 

„Die Vertreter der Stadt in der Gesellschafterversammlung der Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH werden angewiesen, den Wirtschaftsplan 2019 in der vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 21. November 2018 empfohlenen Fassung zu beschließen.“  

 


Anlage/n:

Wirtschaftsplan 2019

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Wirtschaftsplan 2019 (7812 KB)