Betreff: Gesundheitsreporte, Nachfragen zur Antwort 18-09294-01
Status:öffentlichVorlage-Art:Stellungnahme
  Bezüglich:
19-09801
Federführend:50 Fachbereich Soziales und Gesundheit   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Soziales und Gesundheit zur Kenntnis
17.01.2019 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Zur Anfrage der CDU-Fraktion vom 05.01.2019 [19-09801] wird wie folgt Stellung genommen:

 

Zu Frage 1:

Die Antwort knüpft an die Stellungnahme 18-09294-01 an. Es wurde damals ausführlich aufgelistet, welche Gesundheitsdaten regelmäßig statistisch erfasst werden.

 

Regelmäßige Gesundheitsberichterstattung gibt es zur Kindergesundheit, einschließlich Impfstatus, zur Zahngesundheit von Kindern und zur Gesundheit von psychisch Erkrankten. Fortlaufend stehen infektionshygienische Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) zur Verfügung. Alle erhobenen Daten dienen als Planungsgrundlage für Konzepte und Inhalte der Gesundheitsangebote durch das Gesundheitsamt Braunschweig. In mehrjährigen Abständen gibt es eine Fortschreibung des Sozialpsychiatrischen Plans sowie Publikationen zur Suchtprävention.

 

Im Rahmen der Gesundheitsregion werden aktuelle Gesundheitsthemen der Stadt Braunschweig bearbeitet. Es werden Handlungsansätze aufgegriffen, die auf datenbasierten Erkenntnissen beruhen. Alle an dem jeweiligen Gesundheitsthema beteiligten versorgenden/betreuenden Institutionen sind an der Bearbeitung des jeweils aktuellen Themas beteiligt. Es werden Bedarfe ermittelt, intersektorale Schnittstellen beleuchtet und das Versorgungsangebot auf die identifizierten Bedarfe geprüft und ggf. neu ausgerichtet. Die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. hat während der Vorbereitung der Gesundheitskonferenz „Kindergesundheit gemeinsam gestalten“, die mit allen Beteiligten ein Jahr lang vorbereitet wurde, eine Bedarfsanalyse zur Kindergesundheit in Braunschweig erstellt. Diese Bedarfsanalyse ist in die Planungen zur Gesundheitskonferenz eingeflossen.

 

Beispielsweise ist ein wesentliches Ergebnis vorhandener Gesundheitsberichterstattung, von Bedarfsanalysen und der Gesundheitskonferenz „Kindergesundheit gemeinsam gestalten“ die vom Rat der Stadt Braunschweig verabschiedete Einführung flächendeckender ärztlicher Kindergartenuntersuchungen. Dies ist ein Beispiel dafür, dass Statistiken und Gesundheitsberichterstattung Bedarfe aufzeigen, die in die Einführung neuer Angebotsstrukturen münden.

 

Inwieweit die Erstellung eines Gesamt-Gesundheitsreportes (alle Gesundheitsthemen umfassend) sinnvoll ist, muss diskutiert werden. Dafür werden personelle Ressourcen benötigt, die derzeit nicht zur Verfügung stehen.

 

Zu Frage 2:

Eine Bürgerbefragung hat es bei der Integrierten Stadtentwicklungsplanung auch zum Thema Gesundheit gegeben. Die Bürgerinnen und Bürger haben zum Thema Gesundheit wenig Gesundheitsthemen benannt, die bearbeitet werden sollen. Die Anregungen sind von der Planungsgruppe im ISEK „Gesund vernetzt“ berücksichtigt worden. Eine Bürgerbefragung in der näheren Zukunft ist nicht geplant.

 

Zu Frage 3:

Eine zentrale Säule des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist die Erhebung von bevölkerungsbezogenen Gesundheitsdaten und der interkommunale Vergleich dieser Daten. Nur so kann eine Gewichtung und Bewertung von Daten und Statistik stattfinden. Beispielsweise treffen sich die Kinder- und Jugendärztlichen Dienste der Gesundheitsämter mehrfach jährlich zu den sogenannten SOPHIA-Fachtagen, um sich fachlich auszutauschen, abzustimmen und die Standardisierung in der Schuleingangsuntersuchung aufrechtzuerhalten bzw. zu aktualisieren. Bei den meldepflichtigen Erkrankungen, die nach Infektionsschutzgesetz an das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) bzw. an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet werden müssen, erfolgen regelmäßig Erfahrungsaustausche der Kommunalen Gesundheitsämter bei Veranstaltungen des NLGA. Auffällig hygienisch-infektiologische Häufungen werden thematisiert und gemeinsam mit dem NLGA bearbeitet. Regelmäßig, einmal jährlich finden Dienstbesprechungen der niedersächsischen Gesundheitsämter im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie bei den kommunalen Spitzenverbänden statt. Dort werden aktuelle Themen besprochen und Vorgehen abgestimmt. Basis der Besprechungen sind datenbasierte Erkenntnisse.

 

In der Anfrage der CDU-Fraktion 18-09294 wird beispielhaft der Gesundheitsbericht der Stadt Emden erwähnt. Dieser Bericht umfasst die Kindergesundheit, Suchtprävention und Gesundheit im Alter und ist in diesen Themen zwar umfassend, jedoch die Gesamtthemen eines Gesundheitsamtes betreffend keineswegs vollständig.

 

Eine aktuelle Abfrage unter den Gesundheitsämtern Süd-Ost-Niedersachsen und der Region Hannover ergab, dass es alle Bereiche des Gesundheitsamtes umfassenden Gesundheitsberichte nur aus dem Landkreis Wolfenbüttel aus dem Jahr 2012 sowie einen kommunalen Jahresgesundheitsbericht der Stadt Salzgitter aus dem Jahre 2003 gibt. Die übrigen Gesundheitsämter erstellen themenbezogene Gesundheitsstatistiken, wie auch das Gesundheitsamt der Stadt Braunschweig. Alle Gesundheitsämter erstellen die verpflichtende Jahresstatistik, die für das NLGA im Auftrag des Landes Niedersachsen erstellt wird. Die Inhalte sind in der Stellungnahme der Stadt Braunschweig 18-09294-01 vom 24.10.2018 aufgelistet.
 

 


Anlage/n:

keine
 

 

Stammbaum:
19-09801   Gesundheitsreporte, Nachfragen zur Antwort 18-09294-01   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
19-09801-01   Gesundheitsreporte, Nachfragen zur Antwort 18-09294-01   50 Fachbereich Soziales und Gesundheit   Stellungnahme