Betreff: Vorgehen bei einem Brand am Standort der Firma Eckert & Ziegler
Status:öffentlichVorlage-Art:Stellungnahme
Aktenzeichen:37-012Bezüglich:
19-09859
Federführend:37 Fachbereich Feuerwehr   
Beratungsfolge:
Feuerwehrausschuss zur Kenntnis
23.01.2019 
Sitzung des Feuerwehrausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

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Sachverhalt:


Zur Anfrage der BIBS-Fraktion vom 10.01.2019 (19-09859) wird wie folgt Stellung genommen:

 

Zu Frage 1:

 

Die Feuerwehr Braunschweig würde bei einem Brandeinsatz bei der Fa. Eckert & Ziegler nach einer Erkundung durch den Einsatzleiter eine Planung des Einsatzes gemäß der Feuerwehr Dienstvorschrift 100 durchführen. Je nach Erkundungsergebnis wird eine Beurteilung der Lage durchgeführt. Dabei werden die Gefahren für Menschen, Tiere, Umwelt und Sachwerte beurteilt und bewertet. So wird festgestellt, welche Gefahren zuerst und an welcher Stelle bekämpft werden müssen. Auch wird beurteilt, welche Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr bestehen und wie die Einsatzkräfte hierbei zu schützen sind. Dann wird in einem zweiten Schritt kontrolliert, ob eine Lageveränderung eingetreten ist, sodass ggf. die Lagebeurteilung, der Entschluss oder die Befehlserteilung geändert werden müssen. Dieser zielgerichtete und in sich geschlossene Entscheidungs- und Handlungsprozess ist wiederkehrend. Ob eine thermische Erhöhung sinnvoller als eine Bekämpfung des Brandes ist, entscheidet der Einsatzleiter in der aktuellen Situation.

 

Zu Frage 2:

 

Je nach dem Ergebnis der Beurteilung und Bewertung der Einsatzlage kann der Einsatzleiter den ABC-Zug der Feuerwehr Braunschweig anfordern und einsetzen, um in der Umgebung des Betriebes Messungen durchführen zu lassen. Auf Grundlage der Messergebnisse entscheidet der Einsatzleiter über die anzuordnenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Des Weiteren sei hier angemerkt, dass eine direkte Brandbekämpfung zum einen zur Reduktion der thermischen Belastung weiterer Behältnisse führt, was die Freisetzung weiterer Aktivitäten wirksam verhindert, und zum anderen der Washoutfaktor durch eingesetztes Löschwasser zu berücksichtigen ist, was die Abgabe von Aktivität in die Umgebungsluft weiterhin reduziert.

 

Zu Frage 3:

 

Auch wenn die Feuerwehr Braunschweig bestrebt ist, Brände möglichst schnell zu löschen, kann sie grundsätzlich im gesamten Stadtgebiet nicht sicherstellen, dass ein Brand innerhalb von 30 Minuten gelöscht werden kann. Dies ist immer von der jeweiligen Schadenslage abhängig.

 

Die Wirksamkeit der Brandbekämpfungsmaßnahmen ist als mehrstufiges Konzept aus vorbeugendem-, anlagentechnischem-, organisatorischem und abwehrendem Brandschutz zu sehen. Diese Stufen greifen auch bei der Firma Eckert & Ziegler. Weite Bereiche der Anlage verfügen über einen Sprinklerschutz. Des Weiteren sind betriebsorganisatorisch die Brandlasten begrenzt, sodass ein möglicher Brand bis zum Eintreffen der Feuerwehr auf den Entstehungsort begrenzt bleiben soll und eine schnelle wirksame Brandbekämpfung ermöglicht werden soll. Mit diesen aufeinander aufbauenden Stufen soll auch die Sicherheit der Edelstahlbehälter gewährleistet werden.

 

Der Aufsichtsbehörde ist die Situation vor Ort bekannt. Gegenüber der Stadt Braunschweig sind vom Niedersächsischen Umweltministerium kein erhöhten zeitlichen Anforderungen an die Brandbekämpfung mitgeteilt oder gar verfügt worden.


 

 


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Anlage/n:

keine

 

 

Stammbaum:
19-09859   Vorgehen bei einem Brand am Standort der Firma Eckert & Ziegler   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
19-09859-01   Vorgehen bei einem Brand am Standort der Firma Eckert & Ziegler   37 Fachbereich Feuerwehr   Stellungnahme