Betreff: Nahversorgung in den Braunschweiger Stadtteilen
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage (öffentlich)
Federführend:0100 Referat Steuerungsdienst   
Beratungsfolge:
Rat der Stadt Braunschweig zur Beantwortung
12.02.2019 
Sitzung des Rates der Stadt Braunschweig zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:
 

 

Unsere Stadt Braunschweig entwickelt sich in den letzten Jahren sehr gut, und es werden umfangreiche Sanierungen im Schul- und Kindergartenbereich endlich umgesetzt. Deutliche Verbesserungen haben sich auch im Bereich „Sichere und bürgerfreundliche Stadt“ zum Beispiel bei der Feuerwehr und der Personalausstattung für viele Bürgerdienste realisieren lassen. Das ist für eine wachsende Stadt eine gute Grundlage, die Infrastruktur für unsere Bürgerinnen und Bürger zu stabilisieren und auch auszubauen.

Im Jahr 2006 wurde ein umfangreicher Altenhilfeplan erstellt, in dem die Stadtteile in ihrer Infrastruktur betrachtet wurden. Darin wurde die Infrastruktur in den für Seniorinnen und Senioren wichtigen Bereichen Begegnungsmöglichkeiten, Grund- und Nahversorgung als wohnortnahe Versorgung, Ärzte- und Apothekenversorgung sowie örtliche Hilfsangebote durch Nachbarschaftshilfen und Sozialstationen dargestellt. Ergänzt wird die Übersicht durch besondere Wohnformen wie Seniorenwohnungen, betreutes Wohnen und betreute Wohngruppen sowie Einrichtungen für Pflegebedürftige. Auch der ÖPNV erfährt besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf die Möglichkeit für ältere Menschen, über den eigenen Stadtteil hinaus mobil zu sein.

Zudem wurde 2004 eine Nahversorgungsuntersuchung durchgeführt, um eine flächendeckende Nahversorgung zu gewährleisten. Im Jahre 2010 erschien eine Ergänzung zum Zentrenkonzept Einzelhandel. Danach zeigt sich ein wesentliches Qualitätselement der Nahversorgung in dem Bevölkerungsanteil, der im fußläufigen Einzugsbereich eines Lebensmittelmarktes wohnt. Im Allgemeinen wird dabei ein 500-Meter-Radius als Schwellenwert für eine fußläufige, wohnungsnahe Versorgung zugrunde gelegt.

Braunschweig hat sich aber weiterentwickelt, und das Kaufverhalten vieler Menschen hat sich gewandelt. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf den Einzelhandel und auf die Nahversorgung, sowohl in den verdichteten Stadtteilen als auch in den vielen kleineren Ortsteilen am Stadtrand.

Die wohnortnahe Versorgung der Bürgerinnen und Bürger ist daher auch ein Ziel im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. Die Quartierszentren sollen gestärkt und das Zentrenkonzept Einzelhandel erneut aktualisiert werden, um auch in Zukunft eine flächendeckende Nahversorgung in möglichst vielen Stadtteilen zu gewährleisten. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept enthält eine Übersicht zur Braunschweiger Einzelhandelsstruktur. Dieser ist zu entnehmen, dass einige Stadtteile über keinen Nahversorger verfügen.

Zunehmende Internet-Angebote, Online-Bestellmöglichkeiten und neue Bank- und Postgewohnheiten bringen nachhaltige Veränderungen. Trotz Schließungen und Verlagerungen in das Online-Geschäft muss es aber auch und insbesondere für Senioren möglich sein, die Dinge des Alltagsbedarfs gut und schnell zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. In welchen Braunschweiger Stadtteilen sieht die Stadtverwaltung prioritären Handlungsbedarf zur Verbesserung der Nahversorgung?

2. Aus welchen Stadtteilen zogen oder ziehen sich Nahversorger, Bankfilialen und Postangebote derzeit ohne Alternativen zurück oder suchen neue Möglichkeiten wie Packstationen, Geldautomaten und Container-Aufstellmöglichkeiten?

3. Welche Aktivitäten werden seitens der Verwaltung unternommen, um gegenzusteuern und eine Verschlechterung der Nahversorgungssituation in den Stadtteilen zu vermeiden?

Gez. Matthias Disterheft

 

 


Anlagen: keine
 

 

Stammbaum:
19-10003   Nahversorgung in den Braunschweiger Stadtteilen   0100 Referat Steuerungsdienst   Anfrage (öffentlich)
19-10003-01   Nahversorgung in den Braunschweiger Stadtteilen   61 Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz   Stellungnahme