Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 18-08165

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

„Der Restaurierung der historischen Flussbadeanstalten im Bürgerpark nach historischem Vorbild wird zugestimmt.“
 

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Die im September 2013 zwischen der Richard Borek Stiftung und der Stadt Braunschweig geschlossene „Vierte Vereinbarung über die finanzielle Förderung von natur- und grünflächenbezogenen Projekten der Stadt Braunschweig“ sieht unter anderem die Teilsanierung des Bürgerparks mit einem Gesamtaufwand von 340.000 € vor. Hiervon trägt die Stiftung 25 % bzw. 85.000 €.

 

Das im Jahr 2014 beschlossene Konzept zur Sanierung ist das Resultat der Abwägung zwischen der Möglichkeit der gartenhistorischen Rekonstruktion einerseits und der funktionalen und gestalterischen Verbesserung des Parks andererseits. Leitlinie des Pflege- und Entwicklungskonzeptes ist es, Raumstrukturen, Sichtbeziehungen und Aspekte des ursprünglichen Parkbildes wieder erlebbar zu machen und die Infrastruktur zu verbessern. In einzelnen Bereichen wertet die Rekonstruktion von Details die aktuelle Situation auf.

 

Historie

 

Der Bürgerpark entstand im Nachgang der Umgestaltung des damaligen Bahnhofsparks im südlichen Anschluss an das Wasserwerk in mehreren Bauabschnitten ab 1886. Die Bauarbeiten dauerten bis etwa 1925 und umfassten den Bereich zwischen Wasserwerk und Eisenbütteler Straße.

 

Schöpfer des Parks war der damalige Herzogliche Promenadeninspektor F. Kreiß, der auch für den Prinz-Albrecht-Park baulich verantwortlich zeichnet. Die Idee, der Bevölkerung des gehobenen Bürgertums eine adäquate Grünanlage zur Verfügung zu stellen, entwickelte Kreiß vor dem Hintergrund seines beruflichen Werdeganges in England.

 

Im Vergleich zu anderen Parkanlagen in der Stadt ist die Entstehung des Bürgerparks eng verknüpft mit den politischen und gesellschaftlichen Strömungen des damaligen Braunschweig. So wurden während der verhältnismäßig langen Anlagephase verschiedene Bereiche gegenüber dem ursprünglichen Entwurf den sich verändernden Nutzungsansprüchen angepasst. Es entstand ein eher kleinteiliger landschaftlicher Stadtpark im sog. gemischten Stil, der zwar durchaus noch dem Repräsentationsbedürfnis des aufstrebenden Großbürgertums Rechnung trug, aber auch bereits Tendenzen der später aufkommenden „Volksparkidee“ aufnahm.

 

Zwischen 1886 und 1891 entstand südlich des Wasserwerks bis zur Teilung der Oker der sogenannte Park um den Portikusteich. Dieser Teil des Parks weist auch heute noch eine weitgehende Übereinstimmung von ursprünglicher Planung und Ausführung auf, ist also ein originales Abbild „Kreißscher“ Planungspraxis und deshalb von erheblicher gartenhistorischer Relevanz.

 

Der Bau des südlichen Parkteils bis zur Eisenbütteler Straße begann 1892 und vollzog sich einschließlich der Aufschüttung des Kreißberges zeitlich bis 1913. Nach dem 1. Weltkrieg fanden noch abschließende Arbeiten statt.

 

Im infrastrukturellen Bereich sind in den vergangenen Jahren bereits umfassende Sanierungsmaßnahmen am Kreißberg im Rahmen mehrerer Bauabschnitte realisiert worden. Im Frühjahr 2018 ist die Rekonstruktion der Rondelle am Portikus und an der Badetwete abgeschlossen worden.

 

Entwicklungskonzept und Kosten im Jahr 2018

 

In diesem Jahr ist die Umsetzung von einem Sanierungsprojekt im Bürgerpark geplant:

 

Restaurierung der historischen Badeanstalten: Errichtung einer barrierefreien Steganlage am östlichen Ufer der Okerumflut einschließlich Wegeerschließung

 

Mit der Errichtung einer Steganlage im ehemals abgegrenzten Bereich der historischen Flussbadeanstalten sowie der Herstellung einer Wegeverbindung zum etwa 30 m vom Ufer entfernt in nordsüdliche Richtung verlaufenden Parkweg wird der Park östlich der Okerumflut gestalterisch erheblich aufgewertet. In Verbindung mit der Erinnerung an die Flussbadeanstalten erlangt der nordöstliche Parkzugang mit dem rekonstruierten Rondell an der Badetwete seinen ursprünglichen Charakter als „Drehscheibe“ des Parks zurück.

 

Mit dem Bau eines etwa 25 m² umfassenden ebenerdigen und barrierefreien Holzdecks wird an die historische Nutzung der Badeanstalten erinnert, und durch den freien Blick auf das Gewässer werden Sichtachsen zur Verknüpfung der Parkteile neu geöffnet. Zur Erschließung der Steganlage wird ein Weg in wassergebundener Bauweise angelegt, der in einen runden Platz mit davon abgehenden Wegen mündet. Die Einfassung des Platzes wird mit für den Park typischen Natursteinpflasterzeilen erstellt. Der rechteckige Holzsteg wird an den landseitigen Ecken im rechten Winkel zur angrenzenden Rasenfläche mit Hockerbänken mit Holzauflagen ausgestattet. Zur Wiederherstellung des historischen Raumgefüges sind weitere Baumpflanzungen vorgesehen. Den Hinweis auf die ehemaligen Badeanstalten sollen informative Schautafeln geben.

 

Die Herstellungskosten einschließlich der Baunebenkosten für die Realisierung der vorstehend beschriebenen Umgestaltungsmaßnahme belaufen sich auf geschätzt ca. 140.000 €, von denen die Richard Borek Stiftung anteilig ca. 35.000 € übernimmt.

 

Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün und Sport bei der Maßnahme 5s.670012 zur Verfügung.

 

 

 

 

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Anlagen

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