Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 19-11737
Grunddaten
- Betreff:
-
Prinz-Albrecht-Park: Sanierung Vestibülplatz
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Beteiligt:
- 10 Fachbereich Zentrale Dienste; DEZERNAT III - Bau- und Umweltschutzdezernat; 0610 Stadtbild und Denkmalpflege; 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Verantwortlich:
- Geiger
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet
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Anhörung
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25.09.2019
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Erledigt
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Grünflächenausschuss
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Vorberatung
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24.10.2019
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Erledigt
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Planungs- und Umweltausschuss
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Entscheidung
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30.10.2019
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Historie
Bei dem Projekt „Sanierung des Vestibülplatzes im Prinzenpark“ handelt es sich um eine Maßnahme, die Bestandteil der vierten Vereinbarung mit der Richard-Borek-Stiftung ist. Grundlage dafür ist das Pflege- und Entwicklungskonzept für den Prinz-Albrecht-Park, welches 2001 durch ein regionales Landschaftsarchitekturbüro entwickelt wurde und zum Ziel hat, im historisch und überregional bedeutenden Prinz-Albrecht-Park das ursprünglich qualitativ hochwertige Gestaltungskonzept wiederherzustellen und denkmalgerecht weiterzuentwickeln. Trotz der starken Überformung der historischen Parkanlage soll versucht werden, der Bedeutung des Parks als kulturhistorisches und gartengeschichtliches Zeugnis 20. Jahrhunderts gerecht zu werden.
Nachdem der braunschweigische Herzogliche Promenadeninspektor Friedrich Kreiß im Jahre 1895 den Auftrag zur Neugestaltung des ehemalig militärisch genutzten Gebietes bekam, entstand über Jahre eine planmäßig angelegte Parkanlage, die im Jahr 1903 fertiggestellt wurde.
Eine im Parkpflegewerk beschriebene Maßnahme ist die Rekonstruktion des Haupteinganges – des sogenannten Vestibülplatzes. Historisch ist er als runde Platzfläche im Bereich der heutigen Eberallee angelegt worden. Der Bereich am Ende der Kastanienallee im Übergang zur Ebertallee hatte zur Zeit der Anlagephase eine verkehrstechnisch bedeutendere Funktion als die übrigen Parkzugänge. Hier verlief die kürzeste Verbindung aus der Innenstadt nach Riddagshausen und vom herzoglichen Schloss in die neu geschaffene Parkanlage.
Dieser Lage entsprechend wurde der Haupteingang im Verlauf der Straße in westliche Richtung verrückt und im Schnittpunkt mit dem großen Rundweg als runder „Vestibülplatz“ ausgebildet. In seinen Diagonalen platzierte man vier Exedra-Sitzplätze und flankierte sie symmetrisch mit je einem Krimlindenpaar, welche gleichzeitig den Platz rahmten. Der Platz hat einen Durchmesser von 27,50m.
Intention dieser Gestaltung war die unauffällige Überbrückung des Fahrweges nach Riddagshausen innerhalb des Landschaftsparks.
Über die Jahrzehnte sind die einstmals strengen Konturen der Platzfläche verloren gegangen. Durch die Verbreiterung der Ebertallee in den 1930er Jahren mit beidseitig abgesetzten Fuß- und Fahrradwegen sowie den später hinzugekommenen Bushaltestellen ist von der Bedeutung und gestalterischen Qualität des Platzes wenig verblieben. Lediglich zaghafte Konturen der ursprünglichen Platzfläche, Ausbuchtungen, die die Exedra-Sitzplätze andeuten sowie 7 von 8 Linden lassen sich noch wiederfinden.
Sowohl der schlechte Zustand der Platzoberfläche als auch die noch vorzufindenden Strukturen geben den Anlass, den Platz zu rekonstruieren. Hauptaugenmerk ist dabei darauf gelegt worden, die Platzfläche wieder als eigenen Raum erlebbar zu machen und bedeutende Merkmale der Parkanlage zurückzuholen.
Geplante Umsetzung:
Für die Realisierung und Umsetzung der Baumaßnahme wurde Ende 2018 bzw. Anfang 2019 ein Planungsbüro beauftragt, um die Rekonstruktion des Vestibülplatze im Prinz-Albrecht-Park nach historischem Vorbild auszuarbeiten und die Umsetzungsphase zu starten.
Demnach soll die runde Platzkontur nach historischem Vorbild nachgebildet und mit Basaltpflaster eingefasst werden. Die Asphalt- bzw. Betonpflasterfläche wird entfernt und durch eine einheitliche Oberflächenbefestigung in heller gelblicher Farbgestaltung ersetzt. In Anlehnung an die historischen Materialien wird ein Kiesmaterial verwendet, welches mit einer Emulsion verfestigt wird, so dass eine hochbelastbare und gleichzeitig unterhaltungsarme und pflegeleichte Oberfläche hergestellt wird. Auf die Gestalt des einstigen historischen Belages wird mit dieser Ausführung Rücksicht genommen, gleichzeitig erhält man eine dauerhafte und pflegleichte Fläche.
Die um die Platzfläche symmetrisch angeordneten halbrunden Exedra-Sitzplätze werden rekonstruiert. Um die Aufenthaltsqualität zusätzlich zu verbessern, ist geplant, neue Sitzbänke aufzustellen, die konstruktiv der Rundung der Fläche folgen. Auch hier wird sich am historischen Vorbild orientiert und eine Metall-Holz-Bank modern interpretiert.
Um den Vestibülplatz wieder als eine zusammenhängende Platzfläche wahrnehmen zu können, werden die derzeitigen mit niedrigen Sträuchern bepflanzten Beete an der Straße entfernt und die Platzfläche durch das einheitliche Material gestalterisch bis an die Straßenkante herangeführt. Um auf steigende Benutzerzahlen zu reagieren, ist es möglich zwischen den beiden Platzteilen, die durch die Ebertallee geteilt werden, eine Querungshilfe im öffentlichen Straßenraum zu einem späteren Zeitpunkt zu installieren.
Die gestalterische Rekonstruktion des Vestibülplatzes ist in enger Abstimmung mit dem Referat Stadtbild und Denkmalpflege sowie dem Fachbereich Tiefbau und Verkehr erfolgt. Eine sowohl gestalterisch als auch technisch geeignete Barriere, um den Platz gegenüber parkenden Autos freizuhalten, wird im Rahmen der weiteren Planung noch abgestimmt.
Die Herstellungskosten betragen ca. 300.000 €, von denen die Richard Borek Stiftung 25 % trägt.
Finanzierung
Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereichs Stadtgrün und Sport auf den Projekten 5S.670012 und 5S.670064 bzw. 4S.670007 in ausreichender Höhe zur Verfügung.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,3 MB
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