Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 22-17635
Grunddaten
- Betreff:
-
Nutzungs- und Belegungskonzept im zukünftigen Kinder- und Jugendzentrum B58 unter Berücksichtigung des Klettersportes
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Jonas, Rochus / Frakt. B90/Grüne im Stadtbezirksrat 330
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 330 Nordstadt-Schunteraue
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zur Beantwortung
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20.01.2022
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03.03.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Das Kinder- und Jugendzentrum B58 ist eine von der Stadt Braunschweig getragene Einrichtung. Es dient der Förderung der Jugendkultur mit Musikproberäumen und Sporträumen sowie einer Jugendarbeit mit festem Programm und Schulkindbetreuung. Sport und Kreativangebote werden sowohl im Außen- als auch im Innenbereich vorgehalten. Ein großer Kletterbereich ist ebenfalls vorhanden.
Besonders geworben wird mit dem zertifizierten Programm „GUT DRAUF
- Gesunde Ernährung - Entspannung - Bewegung rund ums Jahr -“
Zitat:“ Neben den durchgehenden Möglichkeiten zum “Austoben“ bieten wir auch unterschiedliche Aktionen zu allen Jahreszeiten, z.B.: Ausflug zum Schlittschuhlaufen und Rodeln, Fahrt zum Schwimmen, Tanzworkshops, Parkour, B58-Olympiade, Wikingerschach-Turnier, Sommerferienangebot, Kletterfest“
Nun soll das Kinder- und Jugendzentrum neu gebaut werden. Geplant sind Investitionen von ca. 10 Millionen Euro. Dem Stadtbezirksrat wurde bisher lediglich ein Raumkonzept (Vorlage 21-16530 ) mit einer kurzen Erläuterung zur zukünftig angedachten Nutzung vorgelegt.
Ein Gesamtkonzept unter Berücksichtigung der derzeitigen und zukünftigen Auslastung, einer Übersicht zur Gruppenbelegung sowie eines aktuellen Wochennutzungsplanes wurde nicht vorgelegt. Bei einer öffentlichen Investitionssumme von 10 Millionen Euro sollten jedoch bereits die Vorplanungen soweit konkretisiert werden, dass das Raumkonzept mit den aktuellen Nutzer- und Belegungsplänen abgeglichen ist und so auf ein zukünftiges Nutzungskonzept übertragen werden kann.
Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bauvorhaben in ihrer Ausstattung nicht die zukünftigen Flächen- und Nutzerbedarfe abbilden bzw. sich Flächen, Nutzungen und Bedarfe nicht flexibel genug anpassen lassen und es später zu „bösen“ Überraschungen kommt.
Aus unserer Sicht ist es wichtig, das zukünftige Kinder- und Jugendzentrum in seiner Nutzung möglichst breit aufzustellen und auch dahingehend zu planen. Neben dem Musikangebot und den Gruppenkursen müssen auch weiterhin verschiedenste Sportarten durchgeführt werden können. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass in der Nordstadt zu wenig Freiflächen für Kinder und Jugendliche zur sportlichen Betätigung in erreichbarer Nähe zur Verfügung stehen. Auf den derzeitigen Flächen, wie z. B. der Burgundenplatz mit seinen Fußball- und Basketballflächen, sieht man fast ausschließlich nur Jungen. Bei den Planungen gilt es sich von traditionellen Denkstrukturen zu lösen, dass Sport für Jungendliche „nur Ballsport“ ist.
Durch Kooperationen z.B. mit dem DAV, könnten die Angebote für Kinder- und Jugendklettergruppen erweitert werden, was auch die Bekanntheit, die Attraktivität und die Wahrnehmungsperspektive des Jugendzentrums enorm steigern bzw. erweitern würde, da Klettern bei Kindern und Jugendlichen immer beliebter wird. Insbesondere bei (jungen) Mädchen sind das Klettern und die Kletterkurse weit überproportional beliebt. Durch einen Kletterbereich im Innen- und Außenbereich würde ein gleichberechtigtes Nebeneinander für die ansonsten überwiegend von Jungen genutzten Ballsportbereiche (Basketball, Fußball) geschaffen.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um einen Sachstandsbericht unter Vorlage von vorhandenen Planungsskizzen und um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Hat die Verwaltung ein konkretes Nutzungskonzept (basierend auf Gruppenwochenplänen mit Gruppengrößen) erarbeitet, dass Rückschlüsse auf eine zukünftige Auslastung der Räume durch verschiedene Gruppen und deren Gruppengröße zulässt, und kann sie dieses Konzept dem Bezirksrat vorlegen?
2. In welchen Bereichen (innen und / oder außen) wird Klettern zukünftig möglich sein, und wie ist sichergestellt, dass hier der Klettersport gleichberechtigt ausgeführt werden kann?
3. Klettersport ist in den kommerziellen Bereichen relativ teuer, daher können sozial schwächer gestellte Kinder und Jugendliche an diesem für Motorik, Geschicklichkeit und Körperfitness so einzigartigen Sport oftmals nicht teilhaben.
Wie steht die Verwaltung dazu, hier ein niedrigschwelliges und kostenneutrales Klettersportangebot zu schaffen, sodass auch Kindern aus sozial schwächer gestellten Familien im zukünftigen Kinder- und Jugendzentrum B58 die Möglichkeit bietet, an diesem sonst eher den „besserverdienenden Familien“ vorbehaltenen Sport teilzunehmen?
gez.
Rochus Jonas
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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522,4 kB
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