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Sachverhalt

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Allgemeines

Im Rahmen des Investitionsprogramms Stationsoffensive im Großraum Braunschweig“ werden insgesamt drei Eisenbahnverkehrsstationen in Braunschweig in den nächsten Jahren reaktiviert bzw. neu gebaut, namentlich die Bahnstationen Bienrode, Leiferde und West. Der Regionalverband Großraum Braunschweig (RVB) hat dafür mit der Deutschen Bahn DB Station und Service AG (DB S&S) sowie der DB Netz AG (DB Netz) eine Vereinbarung zur Planung der Verkehrsstationen in Braunschweig geschlossen. Für die eisenbahntechnischen Anlagen liegt die Federführung des Verfahrens bei RVB/DB, die Federführung für die Umfeldplanung liegt bei der Stadt Braunschweig. Die Stationsoffensive r den gesamten Großraum Braunschweig wird in der beigefügten Broschüre des RVB beschrieben, im Folgenden werden die Projekte in Braunschweig sowie deren Planungsstände und das weitere Vorgehen erläutert.

 

Da sich der Umfang der Maßnahmen im Zuge der Planungen erkennbar ändern wird, werden die Ansätze der Haushaltsmittel im Zuge der anstehenden Haushaltsplanungen aktualisiert.

 

Haltepunkt West

Der Bahnhaltepunkt Braunschweig West ist am Schnittpunkt der Donaustraße mit den DB-Gleisen geplant und hat eine hohe Erschließungswirkung. Er verkürzt die Reisezeiten aus Weststadt/Broitzem sowie dem westlichen Ringgebiet in Richtung Hannover, Hildesheim und Wolfsburg um bis zu 20 Minuten. Zukünftig sollen dort die folgenden Eisenbahnlinien halten:

 

-          RE 60/70 Braunschweig – Hannover – Bielefeld/Rheine

-          RE 50      Hildesheim – Braunschweig – Wolfsburg 

 

Darüber hinaus kann der neu zu gestaltende Verknüpfungspunkt Impulse zur Weiterentwicklung der Donaustraße und des Gewerbegebietes Friedrich-Seele-Straße geben.

 


Der RVB hat eine modelltechnische Analyse zu den zu erwartenden Fahrgastpotenzialen, u. a. auf Grundlage des Einzugsradius der Bahnstation (etwa 31.300 Einwohner) und auf Grundlage verlagerter und attraktiverer Verkehrsbeziehungen, vorgenommen. Das zukünftige Fahrgastpotenzial wird bis zum Jahr 2050 auf etwa 4.000 Fahrgäste täglich eingeschätzt. Damit wird der Bahnhaltepunkt West zum drittgrößten Bahnhof im gesamten Verbandsgebiet und es ergibt sich für die Stadt Braunschweig gleichsam eine hohe Bedeutung für eine attraktive Verkehrs- und Umfeldplanung.

 

Nach dem aktuellen Zeitplan der DB soll nach Fertigstellung der Entwurfsplanung voraussichtlich in 2023 ein Planfeststellungsverfahren r die Bahnanlagen beim Eisenbahnbundesamt (EBA) eingeleitet werden. Der Baubeginn ist aktuell in 2027 und Inbetriebnahme in 2028 geplant. 

 

Die derzeitigen Planungen der DB und des RVB sehen einen Außenbahnsteig am ersten (nördlichen) Gleis und einen Mittelbahnsteig zwischen dem zweiten (mittleren) Gleis und dem dritten (südlichen) Gleis vor. Das dritte,dlich liegende, Gleis wird heute planmäßig nur vom Güterverkehr genutzt. Wegen des geplanten Halbstundentaktes nach Hildesheim und zur Steigerung der Zuverlässigkeit soll es aber zukünftig durch Personenverkehr mitgenutzt werden. Angesichts des Platzbedarfes eines Mittelbahnsteiges ist eine Verlegung des dritten Gleises erforderlich. Der Umfang der Verlegung des dritten Gleises nach Süden ergibt sich aber nicht nur durch die notwendige Bahnsteigbreite, sondern durch die Lage der Mittelpfeiler der Brücken der Donaustraße. Da diese nicht verändert werdennnen, wird der Bahnsteig breiter als betrieblich sonst notwendig. Damit ergibt sich eine Verschiebung des dritten Gleises um ca. 10 m nach Süden, wodurch ein deutlicher Eingriff in die Marienberger Straße erfolgen und die Straße Richtung Süden verlegt werden muss. Da die Verlegung eine Folgemaßnahme der Gleisverschiebung des dritten Gleises ist, wird die Neuplanung der Marienberger Straße sowie alle weiteren Folgemaßnahmen wie z. B. der Eingriff in weitere Grundstücke und die Umweltauswirkungen im Rahmen der Planfeststellung von der DB behandelt werden.

 

Die verkehrlichen, funktionalen und gestalterischen Rahmenbedingungen seitens der Stadt Braunschweig werden für den Haltepunkt West aktuell erarbeitet. Die angrenzende Fläche zwischen Eisenbahnanlagen und Friedrich-Seele-Straße ist im Eigentum der Stadt Braunschweig. Die Rahmenbedingungen sollen als Grundlage in eine für 2022 geplanten Wettbewerb bzw. Mehrfachbeauftragung einfließen, welche erste Ergebnisse für die Umfeldplanung hinsichtlich der verkehrlichen und der städtebaulichen Entwicklung aufzeigen soll. Die Ergebnisse werden anschließend dem AMTA und dem Stadtbezirksrat vorgestellt. Es wird angestrebt eine zusammenhängende städtebauliche Planung zu realisieren, die der Bedeutung des geplanten Haltepunktes in Funktion und Attraktivität gerecht wird. Neben verschiedenen Mobilitätsangeboten (Radstation, Pendlerparken, B&R, Car-Sharing, E-Mobilität etc.) sollen auch Flächen für eine intensive hochbauliche Nutzung bereitgestellt werden. Maßgebliches verkehrliches Entwicklungsziel ist die Realisierung eines neuen, modernen Stadtraums, der die unterschiedlichsten Mobilitätsformen bündelt und einen reibungslosen Wechsel der Mobilitätsangebote untereinander ermöglicht. Ein eigenes Zugangsgebäude („Empfangsgebäude“) ist nicht vorgesehen.

 

r die städtebauliche Umfeldgestaltung an der Station West sind im gerade beschlossenen Haushaltsplan 2022 (inkl. IP) Planungsmittel in Höhe von 250.000 sowie Mittel für den Bau von 1.000.000 € in 2026 eingeplant.

 

Haltepunkt Leiferde

 

Die DB plant die Einrichtung des neuen Haltepunkts im Süden Leiferdes südlich der heutigen Fußngerunterführung zwischen Thiedebacher Weg und Bahnhofstraße. Mit diesem Standort wird der gesamte Ort Leiferde innerhalb eines Radius von einem Kilometer erschlossen. Am zukünftigen Haltepunkt sollen folgende Regionalbahnen halten:


 

-          RB 44/48 Braunschweig – Salzgitter-Thiede – Salzgitter-Lebenstedt

-          RB 45      Braunschweig – Wolfenbüttel – Schöppenstedt

 

Damit erhält der Haltepunkt im Status Quo drei Fahrten je Stunde in Richtung Braunschweig Hauptbahnhof, bei der Einführung eines Halbstundentakts auf der RB 45 sogar vier. Nördlich des Haltepunkts teilt sich die von Braunschweig Hauptbahnhof kommende Eisenbahnstrecke in die Äste nach Salzgitter und Wolfenbüttel auf. Um den Haltr die beiden Strecken zu ermöglichen, erhält der Haltepunkt zukünftig vier Bahnsteigkantendlich des Streckenabzweigs. Prüfungen der Bahn haben ergeben, dass der Bau der Bahnsteige nördlich des Abzweigs nicht sinnvoll ist, weil aufgrund der vorhandenen Signaltechnik die Bahnsteige soweit nach Norden abrücken müssten, dass sie fast nicht mehr im Ort Leiferde liegen würden. Der Bau von vier statt zwei Bahnsteigen hat außerdem den betrieblichen Vorteil, dass durchfahrende Züge weniger durch (verspätet) haltende Züge der Nachbarstrecke beeinflusst werden.

 

Das Fahrgastpotenzial wird auf ca. 1.000 Fahrgäste/Tag bis 2050 prognostiziert. Nach aktuellem Planungsstand der DB wird der Baubeginn des Haltepunktes in 2027 erfolgen.

 

Im Rahmen einer integrierten und attraktiven Umfeldplanung prüft die Verwaltung, den Haltepunkt Leiferde zu einer Mobilitätsstation auszubauen. Einige der möglichen Bausteine der zu schaffenden Mobilitätsstation können sein:

 

-          Verknüpfung mit der Buslinie 413

-          P+R Stellplätze

-          (überdachte) Fahrradabstellanlage

-          Carsharing

-          Paketstation

 

Im Zuge der Planungen prüfen RVB, DB und Stadt gemeinsam die Möglichkeiten, den vorhandenen Weg unter den Gleisen zwischen Bahnhofstraße und Thiedebacher Weg aufzuwerten. Der vorhandene Weg wurde in den 1960er Jahren als Bahnsteigzuwegung gebaut, ist aber seit Aufgabe des Haltepunktes öffentlich gewidmet und in der Unterhaltungspflicht der Stadt Braunschweig. Er dient derzeit der Verbindung der östlich und westlich der Bahn liegenden Ortsteile und liegt auf Grundstücken der DB. Aufgrund der steilen Rampen im Osten und Westen ist der Weg heute nicht barrierefrei nutzbar. Mit Neubau der Verkehrsstation würde der Weg auch wieder als Bahnsteigzuwegung genutzt werden.  In den Planungen wird eine barrierefreie Erreichbarkeit aller Bahnsteige durch den Bau von Aufzügen und/oder Rampen berücksichtigt.

 

Der Stadtteil Leiferde wird durch die Bahnanlagen in einen östlichen und einen westlichen Bereich getrennt. Der heutige Weg unter den Gleisen dient als wichtige Verbindung der beiden Stadtteilteile und ist neben dem Schenkendamm die einzige Querungsmöglichkeit der Gleise im Ort. Keine der beiden heutigen Querungsmöglichkeiten erfüllt aufgrund der Steigungen jedoch die Anforderungen an die Barrierefreiheit. Für den Radverkehr ist die Querung nur über den Schenkendamm glich. Aufgrund von Tempo 50 und der gemeinsamen Benutzung des Gehwegs mit zu Fußgehenden ist dies jedoch eine wenig attraktive Route für den Radverkehr. In der heutigen Fußngerunterführung ist das Fahren mit dem Fahrrad nicht gestattet.

 

Vor dem Hintergrund der Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in Braunschweig hat die Verwaltung die DB gebeten, die Möglichkeiten einer Aufweitung der Unterführung für eine Befahrbarkeit mit dem Fahrrad zu prüfen. Eine Durchfahrbarkeit für den Radverkehr würde sowohl einen Lückenschluss im lokalen Radverkehrsnetz erzeugen als auch auf regionaler Ebene die Radverkehrsverbindungen zwischen Salzgitter, Wolfenbüttel, Stöckheim und der Braunschweiger Innenstadt verbessern. Die Planungen der DB sind so angelegt, dass die Unterführung r einen Radweg (auch als Teil der Radschnellverbindung Braunschweig Salzgitter-Thiede) mit Erneuerung der beiden Eisenbahnbrücken nachträglich gebaut werden könnte. In diesem Zuge könnte auch der vorhandene Gehweg verbreitert werden. Die Veranlassung hierzu obliegt der Stadt Braunschweig. Die Verwaltung wird mit Vorliegen erster konkreterer Planungen der Verkehrsstation entsprechende Pläne und Kostenschätzungen vorstellen.

 

r die Umfeldplanung an der Verkehrsstation sind im gerade beschlossenen Haushaltsplan 2022 (inkl. IP)  Planungsmittel in Höhe von 85.000 € sowie Mittel für den Bau von 250.000 € in 2026 eingeplant.

 

Haltepunkt Bienrode

Aufgrund der hohen Erschließungswirkung für Bienrode selbst - der RVB hat das Fahrgastpotenzial hier auf ca. 750 Ein- und Aussteiger/Tag bis 2050 prognostiziert - wurde von der DB Station & Service AG und dem Regionalverband eine möglichst zentrale Lage des Haltepunktes in Bienrode zwischen den Bahnübergängen Bienrode I (Forststraße) und Bienrode II (Waggumer Straße) ermittelt. Vor Planungsbeginn wurde der Standort einer fachlichen Prüfung unterzogen, da eine bestmögliche Anbindung an das bestehende Busliniennetz von Braunschweig sowie ein hohes Fahrgastpotenzial erzielt werden soll. Darüber hinaus wurde die Lage eines künftigen Kreuzungsbahnhofes (mit Ausweichgleis für Gegenverkehr) in Kralenriede (nähe Steinriedendamm) bereits berücksichtigt. Die Ergebnisse der umfangreichen Prüfung stützen eine zentrale Lage in Bienrode.

Durch die Anbindung von Bienrode an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) können Reisezeiten insbesondere zum Braunschweiger Hauptbahnhof oder nach Gifhorn deutlich verkürzt werden. Darüber hinaus wird der neu zu gestaltende Verknüpfungspunkt weitere Impulse zur gewerblichen Entwicklung im Umfeld des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg hervorrufen. Die Inbetriebnahme hat der RVB r 2026 vorgesehen.

 

Im Rahmen der weiteren Planungen wird geklärt, wie die Umsetzung einer optimalen Anbindung des ÖPNV erfolgen kann. Darüber hinaus wird analysiert, wie hoch der notwendige Flächenbedarf des neuen Verknüpfungspunktes ist, mit welchem Verfahren Baurecht geschaffen werden kann und welche verkehrlichen sowie qualitativen Anforderungen der Haltepunkt für die Nutzer erfüllen muss. Zur Beantwortung dieser planerischen Fragen hat die Verwaltung eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die derzeit bearbeitet wird. Die Fertigstellung der Machbarkeitsstudie wird im Frühjahr 2022 erfolgen und anschließend dem Stadtbezirksrat und dem AMTA vorgestellt. Im Anschluss werden die verkehrlich-funktionalen und gestalterischen Anforderungen bzw. Eckpunkte in Abstimmung mit dem RVB und den Planungen der Bahnsteiganlagen durch die DB Station & Service näher definiert.

 

Für die Umfeldplanung am Haltepunkt Bienrode sind im gerade beschlossenen Haushaltsplan 2022 (inkl. IP) Planungsmittel in Höhe von 115.000 € sowie Mittel für den Bau von 250.000 € in 2025 eingeplant.

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