Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 23-22305
Grunddaten
- Betreff:
-
Sanierungsgebiet "Westliches Ringgebiet - Soziale Stadt" - Grundsatzentscheidung zum Wettbewerbsergebnis "Johannes-Selenka-Platz"
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation
- Beteiligt:
- DEZERNAT III Stadtplanungs-, Verkehrs-, Tiefbau- und Baudezernat; 0600 Baureferat; 0500 Sozialreferat; 20 Fachbereich Finanzen; 0100 Steuerungsdienst; 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen; 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr; 68 Fachbereich Umwelt; 0130 Referat Kommunikation
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 310 Westliches Ringgebiet
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Anhörung
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21.11.2023
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Erledigt
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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Entscheidung
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05.12.2023
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Beschlusskompetenz
Bei dem vorgesehenen Beschluss über den Planungsentwurf für den Johannes-Selenka-Platz handelt es sich um eine Aufgabe die weder dem Rat noch dem Stadtbezirksrat oder dem Oberbürgermeister zugewiesen ist. Damit fällt die Entscheidung in die Beschlusskompetenz des VA. Die Beschlusskompetenz wurde jedoch gem. § 6 Nr. 4 lit. h der Hauptsatzung in Verbindung mit § 76 Abs. 2 Satz 1 NKomVG auf den Ausschuss für Planung und Hochbau übertragen.
Hintergrund:
Im Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2019 für das Sanierungsgebiet „Soziale Stadt – Westliches Ringgebiet“ ist die Umgestaltung des Johannes-Selenka-Platzes eine wichtige Maßnahme, da das „Westliche Ringgebiet“ als dicht bebauter, gründerzeitlicher Stadtteil ein erhebliches Defizit an nutzbaren Frei- und Grünflächen aufweist.
Der Johannes-Selenka-Platz bietet aufgrund seiner Größe und Lage ein enormes Potential um einen Ort zu schaffen, der von den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Studierenden der Hochschule für Bildende Künste (HBK) gerne genutzt wird und zum Verweilen einlädt. Heute dient der Platz leider hauptsächlich als Transitraum für den Fuß- und Radverkehr. Dieser Umstand soll durch eine Umgestaltung und damit einhergehenden Aufwertung des Platzes behoben werden, so dass der HBK ein neues Gesicht verliehen wird und die Bewohnerinnen und Bewohner des recht hoch verdichteten Quartiers einen neuen und den Zusammenhalt stärkenden Aufenthaltsort erhalten. Um möglichst vielfältige Gestaltungsideen zu erhalten, lobte die Stadt Braunschweig im Mai 2023 einen nichtoffenen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren aus. In die Auslobungsunterlagen flossen unter anderem die Ergebnisse der ersten Bürgerbeteiligung, welche im Juli 2022 stattfand, ein. Gewünscht wurde ein Mix aus Stadtplatz und grünem Pocket-Park, um den verschiedenen Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer gerecht zu werden.
Im Vorfeld des Preisgerichtes fand am 5. Oktober 2023 eine zweite Bürgerbeteiligung statt, um die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zu den eingereichten Entwürfen abzufragen, welche dann auch der Jury mitgeteilt wurden.
Wettbewerbsablauf und Preisgerichtssitzung:
Der freiraumplanerische Realisierungswettbewerb „Johannes-Selenka-Platz“ wurde als nichtoffener freiraumplanerischer Wettbewerb mit vorgeschalteter Bewerbungsfrist gemäß der Richtlinie für Planungswettbewerbe für zehn Landschaftsarchitekturbüros oder Arbeitsgemeinschaften aus Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros ausgelobt. Bis zum Abgabetermin am 5. September 2023 haben vier Büros einen Beitrag abgegeben. Der Wettbewerb zur Umgestaltung des Johannes-Selenka-Platzes ist mit einer einstimmigen Juryentscheidung zu Gunsten des Landschaftsarchitekturbüros nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock aus Hannover erfolgreich abgeschlossen worden. Das Büro erhält 12.000 Euro Preisgeld. Den 2. Preis belegt das Büro GrünPlan Landschaftsarchitekten BDLA aus Hannover und erhält dafür 8.000 Euro.
Der Jury gehörten namentlich an:
Prof. Katja Benfer (Landschaftsarchitekten), Axel Lohrer (Landschaftsarchitekt und Stadtplaner), Frank Großkopf (Landschaftsarchitekt), Holger Herlitschke und Heinz-Georg Leuer (Dezernenten der Stadt Braunschweig), Heike Otto (CDU), Annette Johannes (SPD), Rabea Göring (Bündnis 90/Die Grünen) als benannte Vertreterinnen der Ratsfraktionen sowie Prof. Dr. Ana Dimke, Präsidentin der HBK.
Neben den stimmberechtigten Jurorinnen und Juroren nahmen noch Sachverständige teil, die sich mit ihrer fachlichen Expertise einbringen konnten:
Bernd Schmidbauer (Fachbereichsleiter Stadtplanung und Geoinformation der Stadt Braunschweig), Armin Stormanns (Landschaftsarchitekt), Heimke Eggers-Richter (Referat Grün- und Freiraumplanung der Stadt Braunschweig), Sabine Sewella (Bezirksbürgermeisterin des Westlichen Ringgebiets), Norbert Rüscher (Behindertenbeirat), Heino Sievers und Olaf Bock (Sanierungsbeirat „Westliches Ringgebiet“), Flora Zschachlitz und Lilo Zschachlitz (Vertretung der Jugend des Westliches Ringgebiets), Lina Holste (Abteilung Stadterneuerung der Stadt Braunschweig), Michael Föllner (Bürger).
Entwurfsidee des Siegerentwurfes:
Der Siegerentwurf ist in den Anlagen 1-3 dargestellt.
Das vorgeschlagene Konzept sieht eine einladende und raumprägende Geste vor, um die Eigenständigkeit und die Lagegunst des Platzes hervorzuheben und zu betonen. Der Platz besteht kompositorisch aus zwei Hauptelementen. Zum einen gibt es eine befestigte, nutzungsoffene Platzfläche, die als Auftakt für die HBK und für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden kann. Das radial geformte „Paradies“ bildet dabei das vegetative Pendant zur Platzfläche und lässt eine eigenständige lebendige Park-Atmosphäre entstehen. Charakteristisch für den Entwurf ist das Zusammenspiel von Offenheit und Geborgenheit und die daraus resultierenden Aufenthaltsqualitäten. Durch die homogene Platzfläche werden überschaubare Strukturen, direkte Zuwegungen und Querungsmöglichkeiten geschaffen. Die HBK erhält eine neue identitätsstiftende Adresse durch die nutzungsoffene Platzfläche aus Betonwerkstein, welche die Sicht- und Wegebeziehungen zwischen Straßenraum, Bushaltestelle und Bibliotheksgebäude bewusst offenhält. Die bestehenden Strukturen wie das Heckenband im Norden und die Radwegeverbindung sowie die Baumreihen im Süden werden aufgenommen und in das Platzgefüge integriert.
Bewertung des Siegerentwurfes:
Die Leitidee dieser Arbeit basiert auf einer Gliederung des Platzes in zwei Hauptelemente: Eine befestigte, nutzungsoffene Platzfläche und einer sehr raumprägenden, radialen, grünen Pflanzinsel. Im Vergleich zu anderen Arbeiten entsteht durch diese richtungslose Hauptfigur auf dem Platz nicht nur eine starke Geste, sondern durch das Fehlen von Vorder- und Rückansichten auch eine gelungene Integration im Gesamtraum, ohne direkte Bezugnahme auf die umgebenden Fassaden. Gleichzeitig schafft es der Entwurf dadurch eine eindeutige Identität des Johannes-Selenka-Platzes zu schaffen und den Platz in seiner Gelenkfunktion in den Stadtraum zu verankern. Die klare Zonierung des Platzes bildet ein Innen und Außen und erfüllt dabei die vielfältigen Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer. Der Umgang mit dem Verhältnis von versiegelter und unversiegelter Fläche wirkt ehrlich und richtig. Die Möglichkeiten über die Dimensionierung der Fugenbreiten den Entsiegelungsgrad und damit auch die Versickerung zu erhöhen, ergibt Sinn. Das zentrale Sitzelement des Rondells wurde in seiner Dimensionierung stark diskutiert und dabei mehrheitlich positiv bewertet. Es trägt erheblich zur Stärkung der Aufenthaltsqualität und Multifunktionalität bei. Die Durchlässigkeit in das Innere der Pflanzinsel soll weiter gestärkt werden. In Bezug auf die vegetative Ausgestaltung kam es zur Diskussion. Gerade im Hinblick auf die angedachte Multifunktionalität benötigt es einer Nachjustierung. Bei der Setzung und der Auswahl der einzelnen Großgehölze auf der Platzfläche vor dem Eingang der HBK und der Bepflanzung der radialen Grüninsel bedarf es einer deutlichen Überarbeitung, hin zu eine resilienten und dem Stadtraum und der Nutzung angepassten Bepflanzung. Positiv wurde der Erhalt der Bestandsgehölze gewertet. Der Umgang mit dem ankommenden Radverkehr ist bis dato noch nicht zufriedenstellend gelöst und bedarf der Überarbeitung. Die Arbeit überzeugt insgesamt und fungiert als ein wertvoller Beitrag auf dem Weg zu einer klimaresilienten Stadt.
Weiteres Vorgehen:
Es ist beabsichtigt die vertiefende Entwurfsplanung den Gremien im Jahr 2024 zum Beschluss vorzulegen.
Finanzierung:
Die Kosten werden aus Städtebaufördermitteln finanziert, wobei 1/3 der Kosten als Eigenanteil bei der Stadt Braunschweig verbleiben. Im Projekt "FB 61: Soziale Stadt - Westliches Ringgebiet (4S.610009)" stehen nach derzeitigem Planungsstand ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung.
Beteiligung:
Der Sanierungsbeirat „Soziale Stadt – Westliches Ringgebiet“ wird mit seiner Sitzung am 16. November 2023 in die Beratungsfolge einbezogen.
Die Wettbewerbsergebnisse werden im Quartierszentrum des Sanierungsgebietes in der Hugo-Luther-Straße ausgestellt. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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466,3 kB
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2
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(wie Dokument)
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441,6 kB
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3
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(wie Dokument)
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248,5 kB
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4
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(wie Dokument)
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500 kB
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