Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 25-25861

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Im Dezember 2021 wurde der Abschlussbericht „Branchenübergreifende Logistik- und Mobilitätstudie für die Braunschweiger Innenstadt", ein Projekt im Auftrag der Braunschweig Zukunft GmbH (BSZ), veröffentlicht (vgl. DS 21-17473). Mit der vorliegenden Mitteilung informiert die Verwaltung über den aktuellen Sachstand.

 

Die Umsetzung der branchenübergreifenden Logistikstudie ist Bestandteil des Handlungsfeldes „Wirtschaftsverkehr“ des vom Rat beschlossenen Mobilitätsentwicklungsplan 2035+ und trägt damit zu den gesamtstädtischen Mobilitätszielen bei.

 

Bisheriger Dialogprozess zur nachhaltigen Gestaltung von Handel und Logistik in der Braunschweiger Innenstadt:

Im Jahr 2024 wurde ein Dialogprozess zur nachhaltigen Gestaltung von Handel und Logistik in der Braunschweiger Innenstadt initiiert. Die Braunschweig Zukunft GmbH beauftragte das Beratungsunternehmen KE-Consult Kurte & Esser GbR mit der fachlichen Begleitung des Prozesses. Ziel ist es, den Austausch mit allen relevanten Akteuren zu fördern und konkrete Pilotprojekte für die nachhaltige Entwicklung von Handel und Logistik umzusetzen.

Ablauf des Dialogprozesses:

 

1. Kick-off-Termin

Am 04.11.2024 fand der digitale Auftakt des Dialogprozesses mit den Projektverantwortlichen der Verwaltung (Stadt Braunschweig und Braunschweig Zukunft GmbH) statt. Dabei wurden der Ablauf, thematische Schwerpunkte sowie die relevanten Akteure für den verwaltungsinternen Workshop und die geplanten Dialogplattformen abgestimmt. KE-Consult präsentierte aktuelle Erkenntnisse und Ansätze aus anderen Städten und Kommunen zu Themen wie Paketstationen, Mikrodepots und Lieferzonen.

 

2. Interner Workshop

Am 12.12.2024 fand ein interner Workshop statt, um vor dem Einbezug externer Akteure eine gemeinsame Grundlage innerhalb der Stadtverwaltung zu schaffen. Teilgenommen haben Mitarbeitende der Stadt Braunschweig, der Braunschweig Stadtmarketing GmbH und der Braunschweig Zukunft GmbH. Zudem waren Vertreter:innen des AAI und der IHK vertreten, um bereits zu Beginn die Bedürfnisse der Einzelhändler und Unternehmen in der Innenstadt im Prozess zu berücksichtigen.

 

Ziel des Workshops war es, verwaltungsseitige Perspektiven und die Anforderungen des innerstädtischen Handels frühzeitig zu bündeln und diese in den weiteren Dialogprozess zu integrieren, um eine solide Grundlage für die folgenden Schritte zu schaffen.

 

3. Ortsbegehung

Am 07.02.2025 fand eine Ortbegehung mit Teilnehmer:innen des internen Workshops statt. Im Fokus stand die Identifikation potenzieller Flächen für Paketstationen und Mikrodepots. Besonderes Augenmerk lag dabei auf privaten Flächen im Umfeld der Innenstadt sowie auf leerstehenden Immobilien. Die Flächen wurden anschließend hinsichtlich ihrer Eignung und Umsetzbarkeit bewertet.

 

4. Dialogplattform „Nachhaltige Entwicklung von Handel und Logistik“

Mit der ersten Dialogplattform „Nachhaltige Entwicklung von Handel und Logistik“ am 29.04.2025 wurde ein weiterer entscheidender Schritt bei der Umsetzung der branchenübergreifenden Logistikstudie vollzogen. Die Stadt Braunschweig organisierte gemeinsam mit der Braunschweig Zukunft GmbH eine Veranstaltung, die den offenen und konstruktiven Austausch zwischen KEP-Dienstleistern, Vertreter:innen der Immobilienwirtschaft, des Handels, des lokalen Gewerbes, der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsförderung sowie weiteren städtischen Akteuren ermöglichte.

 

Im Rahmen einer offenen Diskussion wurden Erwartungen, Anforderungen und Herausforderungen aus der Perspektive der Kommune und der beteiligten Akteure erörtert. Ziel hierbei war es, Bedarfe transparent zu machen, gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln und die Grundlage für zukünftige Kooperationen zu schaffen.

 

Besonders diskutiert wurden die Potenziale von Paketstationen, Mikrodepots sowie Liefer- und Ladezonen, die zur Optimierung und Klimafreundlichkeit des Lieferverkehrs in Braunschweig beitragen können.

 

Potenzielle Flächen und Standorte für nachhaltige Logistiklösungen, die im Zuge der Ortsbegehung als besonders geeignet identifiziert wurden, wurden den Teilnehmenden vorgestellt. Im Rahmen der Veranstaltung entstanden bereits erste Kontakte zwischen Immobilieneigentümer:innen und potenziellen Projektpartner:innen (KEP-Dienstleistern).

 

Die Stadt Braunschweig in Zusammenarbeit mit der Braunschweig Zukunft GmbH übernahm eine moderierende und unterstützende Rolle und begleitete aktiv die Vernetzung der Beteiligten. Erste Gespräche über mögliche Pilotprojekte wurden angestoßen, weiterführende Abstimmungen befinden sich in Vorbereitung.

 

Ein zentrales Ziel der Veranstaltung war es, konkrete Pilotprojekte zu initiieren und deren praktische Umsetzung voranzutreiben. Erste Gespräche hierzu haben bereits stattgefunden und werden vom Projektteam weiterhin aktiv begleitet.

 

Aufbau eines effizienten Lieferzonenmanagements:

Neben der Errichtung von Mikrodepots und Paketstationen zahlen auch die Liefer- und Ladezonen in der Braunschweiger Innenstadt auf eine nachhaltige Lieferlogistik ein. Aufgrund dessen wurde eine Übersicht der bestehenden Lieferzonen innerhalb der Okerumflut im städtischen Geoportal zur Verfügung gestellt. Lieferzonen wurden systematisch erfasst und wichtige Informationen wie Adressen, Längenangaben, Verkehrszeichen und zulässige Nutzungszeiten digitalisiert. Diese Transparenz ermöglicht es Bürger:innen sowie vor allem Lieferdiensten und Unternehmen, die ausgewiesenen Lieferflächen problemlos aufzufinden und zweckgerecht zu nutzen. Diese speziell gekennzeichneten Bereiche im öffentlichen Raum sind für Be- und Entladevorgänge reserviert und tragen zur besseren Organisation des Lieferverkehrs bei. Um die Sichtbarkeit und Akzeptanz dieser Flächen weiter zu erhöhen, ist vorgesehen, künftig verstärkt das neue Verkehrszeichen 230 („Ladebereich“) einzusetzen.

 

Abb.1 Ladebereich

 

Diese klare Beschilderung ermöglicht es allen Verkehrsteilnehmer:innen, Ladezonen eindeutig zu erkennen und entsprechend zu nutzen. Ziel ist es, den Lieferverkehr effizienter zu gestalten, Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum zu reduzieren und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen.

 

Ausblick

Im weiteren Verlauf des Jahres 2025 liegt der Fokus darauf, erste Pilotprojekte in die praktische Umsetzung zu überführen. Parallel dazu ist die Durchführung einer weiteren Dialogplattform in Zusammenarbeit mit KE-Consult Kurte & Esser GbR geplant, um den Austausch der beteiligten Akteure fortzusetzen, Hilfestellungen bei der Umsetzung zu leisten sowie weitere Themenschwerpunkte in der Umsetzung (Fokus auf den Einzelhandel in der Fußgängerzone, Erläuterung der Liefer- und Ladezonen in der Innenstadt, etc.) zu setzen. Mit der Etablierung einer regelmäßigen Dialogplattform wird ein intensiver und offener Dialog aller relevanter Stakeholder sichergestellt, der durch die Braunschweig Zukunft GmbH und die Stadt Braunschweig intensiv begleitet wird

 

Die Einführung und die verstärkte Nutzung des neuen Verkehrszeichens 230 „Ladebereich“ soll zudem die Sichtbarkeit und Akzeptanz der Liefer- und Ladezonen nachhaltig erhöhen. Dadurch werden die Rahmenbedingungen für Lieferverkehre verbessert und ein reibungsloser Verkehrsfluss unterstützt. Ergänzend trägt die fortlaufende Digitalisierung dieser Flächen über das städtische Geoportal wesentlich zur besseren Übersichtlichkeit und effizienteren Nutzung bei.

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